Der Beruf geht immer öfter an die Nerven

Noch immer hält sich hartnäckig das Vorurteil, Berufsunfähigkeit (BU) würde vor allem Berufstätige in körperlich fordernden Berufen treffen. Eine aktuelle Studie zeigt: Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund, warum Beschäftigte nicht mehr weiterarbeiten können.

Dass man die eigene Arbeitskraft sorgfältig schützen sollte, wissen die meisten Berufstätigen inzwischen. Selbst Verbraucherschützer betonen in regelmäßigen Abständen, wie wichtig eine private Berufsunfähigkeitsabsicherung ist. Dennoch unterschätzen viele Arbeitnehmer noch immer das eigene Risiko.

„Um im Büro nicht mehr arbeiten zu können, muss man schon ‚den Kopf unterm Arm tragen.‘ So oder ähnlich zugespitzt hören wir es regelmäßig in den Beratungsgesprächen von Kollegen, die überwiegend am Schreibtisch arbeiten“, sagt Norbert Fellermann, Berater bei Daimler VVD. 

Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Daten des Analysehauses Morgen & Morgen zeigen, dass psychische Leiden wie Burnout, Angststörungen oder Depressionen die häufigsten gesundheitlichen Gründe dafür sind, im Job pausieren oder sogar vorzeitig aussteigen zu müssen. 

In fast jedem dritten Fall sind psychische und Nervenerkrankungen die Ursache.

Zusammen mit den orthopädischen Erkrankungen wie Bandscheibenschäden – zum Beispiel durch eine falsche Sitzhaltung – sind psychische Erkrankungen für mehr als die Hälfte aller BU-Fälle verantwortlich. Es handelt sich also um Erkrankungen, die Beschäftigte in allen Fachrichtungen treffen können.

Nur jede 13. BU durch Unfälle verursacht

Unfälle sind nur in etwa jedem 13. Leistungsfall Grund für die Berufsunfähigkeit, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems nicht einmal in jedem 14. Fall.  

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Quelle: Morgen & Morgen, April 2019

Die staatliche Hilfe reicht nicht aus

Die finanzielle Lücke, die durch den Verdienstausfall entsteht, ist beträchtlich. Allein mit staatlicher Unterstützung lässt sich ein längerfristiger Ausfall bei Weitem nicht kompensieren. Abgesehen davon erhält die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur, wer gesundheitsbedingt weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann – auch weit unter seiner Qualifikation und unabhängig davon, ob sich ein solcher Job auch finden lässt. 

Frühzeitig vorsorgen

Eine private BU-Versicherung zahlt eine monatliche Rente, deren Höhe individuell festgelegt werden kann. Anders als die staatliche Unterstützung wird die Leistung bereits fällig, wenn Sie weniger als 50 Prozent Ihrer bisherigen Arbeitsstunden leisten können – mit Bezug auf den zuletzt ausgeübten Beruf. 

„Da sich die Beitragshöhe für einen BU-Schutz unter anderem nach dem Alter der versicherten Person richtet, empfiehlt es sich, möglichst früh vorzusorgen“, rät Norbert Fellermann. „Außerdem ist es leichter möglich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, wenn der Antragsteller jung ist und keine Vorerkrankungen hat. Ideal ist, wenn man sich spätestens mit Eintritt ins Berufsleben absichert.“


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